Ein hübscher Hanger-Swirl

Oder: Glücksspiel mit Hauptgewinn

B.Creamy Silk natural handmade soap with silk and soy cream
B.Creamy Silk I Handmade Soap

 

Ich habe diese Technik zuvor recht selten bis gar nicht angewendet, waren mir die Ergebnisse in der Vergangenheit irgendwie nicht so recht gelungen. Dieser Versuch hat mich nun davon überzeugt, es doch wieder öfters zu probieren - bekanntermaßen macht ja die Übung den Meister.

 

Bei dieser Technik  sieht man nun mal nicht was man macht. Man kann es höchstens erahnen, sodass das Anschneiden der Seife den Spannungsbogen eines guten Krimis hervorbringt, der entweder im Guten oder im Desaster endet. Für mich ist es daher immer ein Art Glücksspiel - dieses Mal hab ich aber gewonnen ;-)


Nach dem Ghost-Swirl Projekt war meine Forscher-Laune mal wieder geweckt und ich habe eine ganze Reihe Seifen mit reduzierter Wassermenge hergestellt. Ein Rezept wird ausgiebig getestet und jeweils nur eine Bedingung geändert. Das Rezept für diese Seife hatte ich vorher schon oft gesiedet und war bisher immer zufrieden mit dem Ergebnis - sei es komplett ohne Zusätze oder mit.

Diese Version beinhaltet ca. 2 % Soya-Creme und 1 g Tussah-Seide. Der Schaum ist wunderbar cremig und üppig - einfach himmlisch! Der Duft Rice Flower von Manske passt sehr gut und duftet in diesem Rezept wirklich wunderbar. Den Tipp mit der Soya-Creme habe ich von der lieben Dandelion aus dem Seifentreff - Danke dafür :-)

HErstellung

Verseift sind:

  • Fette/Öle: Kokos, Olivenöl, Schweineschmalz, Erdnussöl und Rizinusöl, 
  • Lauge: dest. Wasser 25 % der GFM, NaOH für eine ÜF von 9 %
  • Zusätze:  1 g Tussah-Seide und  ca. 2  % Soya-Creme (500 GFM)
  • Farbe: Bright Opal WEP, Caribbean Sea WEP, Chambray WEP, TiO2 (Öl dispergierbar)  (VvW)
  • Duft:  PÖ Rice Flower (Manske)
  • Temperatur: Öle/Fette 30 °C, Lauge 30° C
  • Form: Blockform 15 cm x 5 cm x 11 cm 
  • Siededatum: 06.02.2017
B.Creamy Silk natural handmade soap with silk and soy cream
B.Creamy Silk I Handmade Soap

Die Seide wurde zuvor in der Lauge aufgelöst. Nach dem Schmelzen des Kokosöls, wurden sowohl die Lauge als auch die Fette mittels Wasserbad auf 30 °C temperiert. Die Soya-Creme kam, nach dem ersten emulgieren, direkt in den Seifenleim. Interessanter Weise führt das in der Regel zur sofortigen Verflüssigung des Seifenleims. Dieses Phänomen konnte ich bei diversen Versuchen reproduzieren, auch wenn der Flüssigkeitsanteil auf 20 % reduziert war und das nicht nur bei diesem Rezept. Selbst bei bewusstem "zu viel" pürieren und schon angedicktem SL, führte die Zugabe der Soya-Creme zur sofortigen Verflüssigung bzw. swirlbarem SL, sodass ich mir nun angewöhnt habe immer ein schlückchen "Sicherheits"-Soya-Creme bereitzustellen ;-) 

Diese Version des Rezepts wurde mit 25 % Flüssigkeitsmenge hergestellt, da ein vorzeitiges andicken durch den hohen Anteil an flüssigen Ölen nicht zu erwarten war. Selbst eine spätere Version mit nur 20 % Flüssigkeitsanteil, ließ sich noch sehr gut swirlen. 

Nach dem Einfüllen in die Form, folgte der Bügelswirl - einfach "rum-und-num" eher nach Gefühl als mit bewussten Bewegungen.

 

Anlass zur Freude gab es außerdem beim Ausformen der Seife nach 24 h. Die Seife war fest, konnte sofort geschnitten werden und zeigt kein einziges Pünktchen nasse Kreide. Das nasse Kreide Syndrom hatte mich schon des Öfteren heimgesucht. Alle Seife die ich bisher mit reduziertem Wasseranteil gesiedet habe, ob nun bei 30 °C oder 40 °C, viel oder wenig püriert blieben davon verschont. Ein weiterer interessanter Aspekt, den ich wohlwollend zur Kenntnis genommen habe.

 

 

Desweiteren konnte ich bei meinen bisherigen Versuchen ebenfalls feststellen, dass ein und der selbe Seifenduft in manchen Rezepten wunderbar zur Geltung kommt und in anderen kaum wahrnehmbar oder nicht so gut duftet wie gewohnt. Das PÖ Rice Flower habe ich immer dann als äußerst wohlriechend empfunden, sobald ich ein "nussiges" Öl dabei hatte, vornehmlich Erdnuss oder Mandel. Außerdem scheint auch hier die Soya-Creme einen Einfluss zu haben, bei gleicher Menge PÖ empfand ich den Duft im Rezept mit der Soya-Creme intensiver und auch wohlriechender. .Ein weiterer Test des PÖs in zwei meiner Bodylotions hat gezeigt, dass eine Version mit kalt gepresstem Aprikosenkernöl (Duftet stark nach Mandel) und nativem Bio Kokosöl einen extrem leckeren und wunderbaren Duft erzeugt.  

 

Das Anwaschen der Seife entflammte Begeisterungsstürme bei mir. Der Schaum ist unfassbar üppig, sensationell cremig und angenehm. Ich bin mit diesem Seifchen wirklich rundum zufrieden ;-) 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Liebe Bettie (Sonntag, 16 April 2017 00:26)

    Auch diese Seife finde ich wunderschön.
    Hast du ein 25 Rezept genommen?
    Ich mag auch diese hohe Form.
    Hab heute deine grüne Seife nachgesiedet.
    Bei mir ist die Farbe nicht so schön wie bei dir.


    Liebe Grüße
    Gerda

  • #2

    Bettie (Sonntag, 16 April 2017 10:33)

    Liebe Gerda,

    das Rezept ist kein 25er. Ich habe die Anteile bewusst nicht dazu geschrieben, weil dies eine "Test" Rezeptur ist. Ich bin zwar schon sehr zufrieden mit dem Ergebnis, möchte aber erst noch ein paar Änderungen testen, bevor ich es verrate ;-)
    Schade, das die andere Seife nicht so gworden ist wie du dir es vorgestellt hast. Ich hatte für die grüne dunkles extra virgin Bio Olivenöl und kaltgepresstes Avocadoöl (grün/roh) genommen. Das Avocadoöl war wirklich sehr dunkel. Mittlerweile ist die Seife ja schon 2 Monate alt und die Farbe ist leider auch dolle verblasst. Aber das war ja zu erwarten ;-)
    Vielen Dank für deinen Kommentar liebe Gerda.
    Viele Grüße,
    Bettie