· 

Davina in the Jungle

*Seufz*

B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle
B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle

Ich habe Geswirlt!

Jawohl! Nach so viel geradlinigen und aufgeräumten Seifen brauchte ich mal etwas geordnete Unordnung. Ich habe beschlossen mich in der nächsten Zeit mal mehr mit dem (für mich leidigen) Thema Swirl auseinanderzusetzen. Wer meinen Blog verfolgt weiß, dass ich ja eher zu der Kategorie "grober Swirlmuffel" gehöre. Nicht, dass ich geswirlte Seifen nicht hübsch fände, nur gefallen mir meine eigenen irgendwie nie so recht. Das möchte ich nun aber hinter mir lassen, denn diese absolut fabelhafte Seife entschädigt mich für alles, was ich jemals mit dem Stäbchen veran(un)staltet habe.

B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle
B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle

Nicht nur die Optik löst bei mir Zufriedenheit aus: Das Rezept gehört zu den wenigen, dass mir unter der Dusche den, ich nenne es mal, "Siederseufzer" entlockt. Vielleicht kennt Ihr das? Man siedet eine Seife und ist beim Ausformen schon total glücklich, dann probiert man die Seife aus und bekommt dieses warme, zufriedene, (ja ich würde sogar sagen entspannende) Gefühl etwas Hervorragendes produziert zu haben und stößt einen zufriedenen Seufzer aus, der keiner Worte mehr bedarf. Man ist glücklich und genießt die Welt.

Es kommt selten vor, aber wenn, dann koste ich diesen Moment gern aus und nehme das Rezept sogleich mit in die "MUSS IMMER AUSREICHEND VORHANDEN SEIN LISTE" auf.

Herstellung

B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle
B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle

Bei der Herstellung der Seife gab es eine kleine Besonderheit. Die Seife duftet nach einer Mischung aus Jungle Shower und Davinia (das extra "i" im Namen wegzulassen, war Absicht 😜). Das PÖ Jungle Shower ist bekannt dafür, üblen "Griesel-Shower" zu verursachen, obwohl es den Leim nicht andicken lässt. Um einen Grieselvorfall zu umgehen, habe ich das PÖ direkt in die flüssigen und auf 30°C abgekühlten Fette/Öle püriert. Ich war auf wilde Probleme eingestellt, aber es passierte genau gar nichts. Jungle Shower ließ sich auf diese Weise ganz hervorragend verarbeiten. Das PÖ Davinia wurde dann später, wie üblich, in den fertigen Leim gerührt.

Rezept

B.nature I Handmade Soap Recipe Davina in the Jungle
B.nature I Handmade Soap Recipe Davina in the Jungle

1) Zucker in Laugenflüssigkeit komplett und klar auflösen, erst das NaOH und dann das KOH in kleinen Portionen dazugeben, damit die Lauge nicht zu heiß wird und dampft. (Ich muss gestehen, dass ich da eher schmerzfrei bin und alles in einem Schwups zum Wasser gebe. Allerdings habe ich auch spezielle, abdeckbare Laborflaschen.)

 

2) Feste Fette klar aufschmelzen, flüssige Öle und Natriumlaktat einrühren. (Nun kann man alles auf Raumtemperatur abkühlen lassen, z.B. über Nacht. Bei dieser Seife habe ich allerdings schon bei 30°C angefangen, weil ich einfach nicht mehr warten konnte.)

 

3) Vor Zugabe der Lauge sollten die Fette/Öle einmal gut durchpüriert werden, damit das Natriumlaktat gut verteilt ist. Dann kann die Lauge dazu. Es sollte nur kurz püriert (2-3 Püristöße), dann per Hand weitergerührt werden.

 

4) Der fertig emulgierte Leim kann nun geteilt, gefärbt und beduftet werden.


B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle
B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle

Die Farben

Es traf sich glücklicherweise, dass noch ausreichend von der Farbmischung übrig war, die ich für die Fenjala Seife angerührt hatte. Dazu wurden die Farben Caribbean Sea WEB und Bright Opal WEB separat in Soblu HO angerührt und dann Pi mal Auge zusammengegeben. Caribbean Sea WEB sieht schon recht türkis aus, macht in der fertigen Seife aber eher ein ganz helles Blau. Ich habe eine größere Menge Caribbean Sea in ein Plastik-Schnapsglas gegeben und dann solange nach und nach Bright Opal mit dem Milchschäumer eingerührt, bis ich für meine Begriffe eine türkise Farbe ausmachen konnte. Die Farbmischung wirkt durch das Öl etwas dunkler als sie später in der Seife wirklich ist. Bei der Fenjala war das Farbergebnis etwas dunkler, weil das Badeöl, die Seife grau färbt. 

B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle
B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle

Dieses Seifenrezept gibt recht helle Seife, sodass das Farbergebnis dementsprechend auch deutlich heller und leuchtender ausfällt. Man kann natürlich noch mit etwas TiO2 nachhelfen. Das Blau ist eine Farbmischung aus Ultramarinblau, etwas Nicosia grün und TiO2. Diese Farbmischung habe ich genauso Pi mal Auge angerührt, wie die Erste. Ich muss sagen, dass mir das Ergebnis sehr gut gefällt. Das Olivgrün kommt durch Veroneser grüne Erde. Für den Swirl habe ich außerdem etwas mit TiO2 aufgeweißten SL verwendet. In den Basisleim kam ein winziger Schwups TiO2, der von der weißen Swirlpartition übrig geblieben war. Die Farbkombination gefällt mir ausgesprochen gut und man sieht auch schön durch die Fotos von der Rückseite der Seifen, wie wunderbar weiß die Seife geworden ist (der TiO2 Rest war zwar winzig, macht sich jedoch durchaus bemerkbar).

B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle
B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle

Die Fette und Öle

Die helle Farbe führt mich direkt zu den eingesetzten Fetten und Ölen. Das Rezept macht grundsätzlich sehr helle Seife trotz Olivenöl, da ich auf Helles zurückgegriffen habe. Nicht ganz unbeteiligt ist hier auch die Olivenbutter. Ich habe sie in das Rezept mit aufgenommen, da sie erstens die Grundfarbe der Seife wesentlich aufhellt und zweitens dem weichmachenden Effekt des Sesamöls entgegenwirkt. Sesamöl gehört zu den Weichmachern in der Seife, ergibt allerdings auch wunderbar cremigen Schaum und herrlich pflegende Seife. Ich bin durch Moja auf Sesamöl für die Seife aufmerksam geworden, dass ich bis dahin nur als äußerst pflegendes Öl für meine selbst hergestellte Kosmetik auf dem Schirm hatte. Nachdem ich es einmal für meine Seife ausprobiert hatte, war es um mich geschehen. Die Sheabutter komplementiert die pflegenden Eigenschaften in der Seife und der ganz wesentliche Grund: Ich liebe Sheabutter in Seife.

B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle
B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle

Für den nötigen Schaum sorgt natives Bio Kokosöl. Ich habe dieses Exemplar als Duschseife konzipiert, daher beinhaltet sie einen recht hohen Anteil von 28%. Für meine Handseifen bin ich mit der Zeit davon abgekommen, so viel Schaumfett zu verwenden. Für die Hände ist mir ein hoher Schaumfettanteil einfach zu reinigend und teilweise auch austrocknend. In der Dusche soll es aber schnell und üppig schäumen und ich vertrage diese Menge am Körper ganz hervorragend. Als Schaum fördernde bzw. unterstützende Ingredienz darf Rizinusöl bei mir einfach nicht fehlen. Schon 2% machen sich deutlich bemerkbar. Alles in allem ergibt die Zusammenstellung eine wirklich sehr feste und glatte Seife.

B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle
B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle

Zusätze

Wer siedet weiß: Zucker hält den Leim länger fließfähig. Aus diesem Grund ist er auch im Rezept. Man könnte ihn vielleicht sogar auf 3% erhöhen, besonders, wenn man das PÖ Jungle Shower direkt in die Fette und Öle püriert. Der Zusatz von 2% hat in diesem Fall ausgereicht. Zucker unterstützt außerdem die Schaumeigenschaften der Seife. Wer sich dafür interessiert: Moja hat HIER und HIER hervorragende Artikel zu Schaumhelfern veröffentlicht.

Durch Natriumlaktat wird die Seife fester und lässt sich recht schnell unfallfrei ausformen. Normalerweise liegt die Einsatzkonzentration bei 3%-3,5% 60%iges Natriumlaktat bezogen auf die Gesamtfettmenge. In diesem Rezept reichten 2% für den gewünschten Effekt völlig aus, schließlich ist Natriumlaktat ja auch nicht ganz kostengünstig. Ich beziehe meines immer von Dragonspice. Wer sich für den Sinn des Natriumlaktats interessiert, soaping101 hat dazu ein interessantes Video bei Youtube veröffentlicht.

B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle
B.nature I Handmade Soap Davina in the Jungle

Ich habe das Rezept natürlich auch schon in anderen Varianten gesiedet. Die B. In Love with Soap again ist danach entstanden. Bei dieser Variante hatte ich natives Olivenöl und absolut keine Zusätze verwendet. Die Lauge war also nackt und bestand auch nur aus NaOH. Beduftet hatte ich sie mit Vintage Gardenia von Scent Perfique. Auch diese Version ist absolut traumhaft. Eine zart schmelzende Seife mit zartem, einhüllendem Cremeschaum. Man sieht sehr gut den farblichen Unterschied von nativem Olivenöl zu Hellem, wobei mir die natürliche Farbe der B. In Love with Soap again auch enorm gefällt.

 B.nature I Handmade Soap B. In Love with Soap again
B.nature I Handmade Soap B. In Love with Soap again

Nun, ihr merkt schon, ich bin überglücklich mit dem Rezept und dem schmucken Seiflein. Die Optik und der Duft passen einfach hervorragend zusammen. Das PÖ Jungle Shower hat irgendwie einen merkwürdigen, aber dennoch angenehm frischen Duft. Als alleiniges PÖ wollte ich es nicht verseifen und dachte eine Kombination mit Davinia könnte eine runde Sache werden, wie rund die Sache allerdings wird - ich hatte ja keine Ahnung. Der frische angenehme Duft und der sanfte, cremige einhüllende Schaum entlockten mir eben meinen unbewussten "Zufriedenheitsseufzer" und wenn das so ist, dann stimmt einfach alles! Ich denke dazu muss ich auch nicht viel mehr schreiben, daher verabschiede ich mich an dieser Stelle und sage, wie immer: bis zur nächsten Seife.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Christina (Samstag, 14 Juli 2018 17:18)

    Was für wunderschöne Seifen!! Kann man sie irgendwo kaufen?? Ganz liebe Grüße, Christina

  • #2

    Bettie (Samstag, 14 Juli 2018 19:34)

    Hallo Christina, schönen Dank für den lieben Kommentar. Meine Seifen sind nur zum zeigen, nicht zum kaufen ;-) Aber danke für das Interesse.
    Ganz liebe Grüße zurück,
    Bettie