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Mandelmilch & Kaffee Haarseifen

B.nature I Handmade Almond Milk Shampoo Bar
B.nature I Mandelmilch-Haarseife mit Schwarzkümmelöl

Mandelmilch ist nicht nur sanft zur Haut, sondern ebenso zu Haaren und Kopfhaut. Ich hatte gelesen, dass sie trockenem Haar Feuchtigkeit spendet, Glanz und Geschmeidigkeit verleiht. All diese Eigenschaften treffen so ziemlich genau auf diese Mandelmilch-Haarseife zu. Eine absolute Wohltat für Haare und ganz besonders empfindliche Kopfhaut.


Mandelmilch für die Haare

Nach meiner uneingeschränkten Begeisterung für die Sanfte Mandel, musste ich natürlich eine entsprechende Haarseife mit Mandelmilch und Schwarzkümmelöl sieden. Da sich schon die Gesichtsseife auf dem Schopf bewährt hatte, war ich total gespannt, was die Inhaltsstoffe in Form von Haarseife für eine Figur machen würden. Enttäuscht wurde ich nicht. Mal abgesehen davon, dass ich diese leicht dunkle cremige Farbe von Mandelmilch-Seifen total liebe, begeistert mich nun die Funktionalität dieser Haarseife. Sie schäumt hervorragend schnell auf, wobei ein supercremiger Schaum im Haar entsteht. Das Waschgefühl ist angenehm mild und der zarte Duft aus Mandel- und Schwarzkümmelöl ist einfach sagenhaft schön. Die Nasskämmbarkeit ist hervorragend und getrocknet glänzen die Haare, als gäbe es kein Morgen. 

Was mich bei dieser Seife sehr fasziniert, ist das Haargefühl. In der Regel habe ich eher etwas zu trockenes Haar - es ist nicht so dramatisch - aber dennoch spüre ich deutlich einen Unterschied, wenn ich mit der Hand durchs Haar fahre. Optisch sehen sie gesund aus und sogar meine eher problematischen Spitzen wirken, als wäre ihren nie was Strapazierendes passiert. Als ob das nicht schon genug wäre, kann ich über mehrere Tage ein tolles Volumen beobachten. Gewaschen wird mit dieser Haarseife zurzeit alle 4 - 5 Tage, mit anschließendem sauren Rinse aus Apfelessig oder Zitronensaft.

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B.nature I Mandelmilch-Haarseife mit Schwarzkümmelöl

Herstellung Mandelmilch-Haarseife

Bei der Verwendung von Milch in der Seife, ziehe ich grundsätzlich das RTCP-Verfahren vor. Das heißt, sowohl Fette/Öle als auch Lauge und Milch haben Raumtemperatur. Diese liegt zwischen 21 und 22°C in meinem Seifenlabor. Da ich in diesem Fall Seide, Zitronensäure, Zucker und Salz mit in die Seife bringen wollte, habe ich zunächst eine stark wasserreduzierte Lauge im Verhältnis NaOH:Wasser 1:1,5 angesetzt. Im Verhältnis 1:1,2 habe ich mich nicht so recht getraut, da ja schließlich sowohl die Zitronensäure, als auch die entsprechende extra Menge NaOH (zum Neutralisieren der Zitronensäure) Platz im Wasser brauchten. Die Seide sollte sorgfältig im Wasser einweichen. Zucker und Salz habe ich hingegen in der Mandelmilch gelöst. Aufgrund der Reduktion hat es keinen Sinn gemacht den Zucker und das Salz noch mit in das Wasser zu geben. Es hätte einfach nicht genug Lösungsmittel für Zitronensäure, Zucker, Salz UND noch das NaOH zur Verfügung gestanden. Als alles auf 22°C abgekühlt war, konnte es losgehen. Zunächst habe ich die Mandelmilch-Zucker-Salz-Lösung sorgfältig in die Öle püriert. Anschließend kam die Lauge dazu. Da weder Farbe noch Duft Einsatz fanden, musste alles nur noch schön dick püriert und eingeformt werden. Ein schnelles Andicken konnte ich nicht beobachten, eher war ich davon überrascht, wie lange die Mischung doch flüssigen Seifenleim hervorgebracht hatte. Isoliert habe ich die Seife nur sporadisch durch ein Küchenhandtuch. Auf den Kühlschrank habe ich getrost verzichtet - es sind ja schließlich auch keine Unmengen an Milch enthalten. Die Seife brauchte 48 Stunden, ich habe sie aber erst sehr viel später ausgeformt, da die Unterseite erfahrungsgemäß über einige Tage sehr weich bleibt und sich die Seife dann kaum unfallfrei aus der Form lösen lässt.

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B.nature I Mandelmilch-Haarseife mit Schwarzkümmelöl

Nachdem das alles überstanden war, durfte sie 5 Wochen reifen und als die erste Haarwäsche anstand war ich einfach unglaublich zufrieden.

 

Noch eine interessante Anmerkung: Ich hatte zwei Varianten von der Seife hergestellt. Eine mit 20% Schaumfett und eine mit 25% Schaumfett. Mir war aufgefallen, dass die Seife mit 20% langsamer aufschäumt. Dies konnte ich bei der Gesichtsseife mit 20% Schaumfett und mischverseift mit NaOH:KOH im Verhältnis 70:30 nicht feststellen. Ich würde mich also glatt noch mal zu einer Mandelmilch-Haarseifen-Variante mit 20% Schaumfett als 70:30 NaOH:KOH Mischverseifung hinreißen lassen - bei Zeiten… denn ich habe mit ähnlichen Ingredienzien noch eine Kaffee-Haarseife hergestellt und bin dann wohl mit Haarseife erst einmal bestens gerüstet. Apropos Kaffee-Seife…

Kaffee-Haarseife für braunes Haar

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B.nature I Haarseife mit Bio-Arabica Kaffee

Man könnte auch sagen Koffein-Shampoo Bar - wie auch immer - ich färbe meine Haare seit einigen Monaten mit Henna und bin sehr zufrieden. Ich habe verschiedene Pülverkens und Mischungen probiert und bin mit dem Henna Dunkelbraun von Khadi sehr zufrieden. Ich setze die Farbpaste mit starkem schwarzen Tee oder Kaffee an und friere sie ein. Am Tag des Färberituals wird die Hennafarbpaste im Wasserbad aufgetaut und mit etwas Zitronensäure und Glycerin versetzt. Diese Vorgehensweise hatte ich bei Siimply Enjoy! gelesen und bin von den Ergebnissen immer wieder schwer beeindruckt. 


Zur Vorbehandlung der Haare nehme ich meine Mandelhaarseife. Sie enthält keine Zusätze, damit sich am Haarschaft keine Proteine anlagern, die dem Henna den Weg schwerer machen würden. Die Haare werden nur gewaschen, ohne sauren Rinse und lassen sich dann wirklich hervorragend kämmen (mein absoluter "Nasskämmbarkeits"-Favorit Mandelöl). Das ist nicht trivial, denn schließlich müssen die Haare zum Färben sorgfältig abgeteilt werden, was mit knotigen, schlecht kämmbaren Haaren so gut wie unmöglich gelingt.

 

Lange Rede, gar kein Sinn 😅 - die Haare sind nun wunderbar dunkelbraun gefärbt und das sollen sie nach Möglichkeit auch lange bleiben und an dieser Stelle kam mir eine Kaffee-Haarseife in den Sinn.

Unschwer am Rezept zu erkennen enthält die Seife grundsätzlich Öle und Fette, die ich in Haarseife besonders schätze. Als Schaumfett habe ich das erste Mal Bio-Kokosöl nativ verwendet. Als linolsäurehaltiges Öl ist Walnuss mit an Bord - das gefällt mir immer sehr in Haarseife. Für den Koffein-Kick sorgt Kaffeeöl in Form eines Sonnenblumenöl-Mazerats und natürlich superdicker Kaffee-Sud aus Bio-Arabica Bohnen als Laugenflüssigkeit. Beim Duft habe ich, entgegen meiner sonstigen Gewohnheit Haarseifen nur mit ÄÖs oder gar nicht zu beduften, auf das PÖ Italien Biscotti zurückgegriffen. Ich konnte einfach nicht widerstehen.

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B.nature I Haarseife mit Bio-Arabica Kaffee

Bei soviel Lob für die Seife muss ich erstmal meckern: Kaffee-Seife ist eine echte Diva🤨. Sie will einfach nicht so gern aufs Foto. Man sieht auf Kaffeeseife jeden Fingerabdruck, jede Unebenheit und jeden Makel sofort. Sie hat sich wirklich dolle gewehrt, aber ich konnte doch noch halbwegs vorzeigbare Bilder gewinnen. Es wäre sonst auch zu schade gewesen, denn diese Haarseife ist ein Traum. Tatsächlich sehe ich nach dem Waschen einen deutlichen Unterschied, besonders wenn die Hennafärbung schon ein paar Wochen her ist. Die Haare wirken direkt nach dem Waschen dunkler. Ich habe mich bereits gefragt, ob das Einbildung sein kann - kann es natürlich auch - aber irgendwie sehen sie trotzdem dunkler aus. Interessanterweise habe ich auch schon einige Haarseifen probiert, da erschien mir das Haar hinterher wesentlich heller… nun ja ... es bleibt mysteriös 😋. 

B.nature I Mandelmilch-Haarseife mit Schwarzkümmelöl
B.nature I Mandelmilch-Haarseife mit Schwarzkümmelöl

Eines weiß ich aber ganz sicher: Diese beiden Haarseifen sind bisher mit Abstand die Besten, die ich bisher probiert habe 🤗❣. Ich würde sogar so weit gehen, sie als meine absoluten Favoriten zu bezeichnen, denn die Nutzung dieser beiden Exemplare drosselt tatsächlich meinen Experimentierwahn - und das will was heißen.

 

Glücklich, zufrieden und mit glänzendem Haar verabschiede ich mich deshalb an dieser Stelle und hoffe Ihr habt Freude an den Fotos.

 

Ich wünsche Euch wundervolle Ostertage mit viel Sonnenschein, Kuchen und bunten Ostereiern.🐰

 

Es grüßt Euch ganz herzlich,

Eure Bettie

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Kommentare: 3
  • #1

    Moja (Donnerstag, 18 April 2019 23:25)

    Liebe Bettie,
    irgendwann hast Du mich soweit und ich fange auch mit Haarseifen an! :-)
    (...wenn da nur die Angst vor dem "Klätsch" nicht wäre und die Faulheit, sich damit zu beschäftigen *schäm)
    Das liest sich alles sooo toll und ansprechend und die Seifen sehen herrlich edel aus, ich bin ganz verliebt! ❤❤❤

    Ich wünsche Dir schöne Ostertage und lasse ganz liebe Grüße da! ❤
    Moja

  • #2

    ❤ Bettie (Freitag, 19 April 2019 12:37)

    Liebe Moja,
    ich kann dich da voll und ganz verstehen. Was habe ich mit mir gekämpft aus dem selben Grund. Aber "Klätsch" gibt es wirklich gar nicht bis kaum. Wichtig, um den "Klätsch" zu verhindern, ist soviel LU einzuplanen wie möglich und nötig. Je höher der LU, desto besser lässt sich die Seife auswaschen, da so mehr partiell verseifte Fettsäuren, also Emulgatoren, enthalten sind. Ich habe es probiert: Das Gleiche Rezept mit 3% LU und mit 10% LU - ein Unterschied wie Tag und Nacht.
    Ich find's jedenfalls große Klasse, dass dir mein Mandelmilch-Seifchen gefällt und bedanke mich ganz herzlich für deine lieben Worte.
    Ich wünsche dir auch schöne Ostern und schönes Wetter.
    Ganz liebe Grüße,
    Bettie

  • #3

    Manu (Freitag, 02 August 2019 09:33)

    Kann man anstatt des Palmöl auch was anderes nehmen? Lg