Peeling Kiesel

DIY Spa

B.nature I Handmade Spa Peeling Soap Stones with Babassu & Olive Oil
B.nature I Handmade Spa Peeling Soap Stones with Babassu & Olive Oil

 

 

Vor einiger Zeit ist eine weitere „Handschmeichler“ Silikonform in meinem Haushalt eingetrudelt. Diese war mir bei der Suche der anderen beiden über den Weg gelaufen und erinnerte mich an die wunderbaren seifigen Steine vom Fräulein Winter, die mir sehr gut gefielen.


Als ich die Form in der Hand hatte, war ich mir unschlüssig, wie ich die Seife gestalten sollte. Ich wollte Steine klar – aber irgendwie fand ich die Formen so groß, wusste nicht so recht und legte sie daher erst einmal bei Seite, in der Hoffnung, dass der richtige Einfall noch kommen würde.

Und der kam, als meine Peeling Seife ausgegangen war. Ich dachte ein Schwups Aprikosenkerngranulat und Scheifermehl dunkel, könnten doch ganz süße Kieselsteine hervorbringen. Gesagt getan und hier sind sie meine Peeling Kiesel.

 

INHALTSSTOFFE

Verseift wurden Olivenöl, Babassuöl, Sonnenblumenöl High Oleic, Kakaobutter, Rizinusöl und destilliertes Wasser. Desweiteren Soyacreme, Zucker, Aprikosenkerngranulat, Salz und Tussah-Seide. Farbe Schiefermehl dunkel (VvW) und etwas Mn-Schwarz (VvW). Parfüm Lindenblossom (M).

 

VERSEIFUNG

Verseift mit einer 35 %-igen Lauge aus NaOH und dH2O, berechnet für einen Laugenunterschuss (LU) von 8 %.

B.nature I Handmade Spa Peeling Soap Stones with Babassu & Olive Oil
B.nature I Handmade Spa Peeling Soap Stones with Babassu & Olive Oil

Für die Herstellung wurde zunächst die Lauge mit Zucker, Salz und Seide hergestellt. Nachdem die festen Fette geschmolzen waren, konnten die flüssigen Öle ergänzt werden. Die Öl-Mischung und die Natronlauge wurden mittels Eiswasserbad auf 32°C abgekühlt und bei der gleichen Temperatur zusammen gegeben. Nach etwas rühren und einem kurzen Püristoß wurde die auf 30°C vorgewärmte Soyacreme (Alnatura) hinzugefügt und der SL solange abwechselnd püriert und gerührt, bis er stabil emulgiert war. Dies war schwierig zu beurteilen, da der SL aufgrund des hohen Olivenölanteils in seiner Konsistenz sehr flüssig blieb. Der auf 25 % reduzierte Wasseranteil (bezogen auf GFM) sorgte außerdem dafür, dass der SL dunkler blieb als bei höheren Wasser-Anteilen. Nachdem alles stabil emulgiert war konnte ein kleiner Teil des Leims abgenommen und schwarz gefärbt werden. Der restliche Leim wurde mit etwas Schiefermehl dunkelgrau eingefärbt. Die Farben waren zuvor in etwas Sonnenblumenöl vordispergiert. Nachdem der Leim geteilt und gefärbt war, kam das PÖ Lindenblossom in den dazu. Zum Schluss folgte die Zugabe des Aprikosenkerngranulats direkt in den SL. Da dieser immer noch recht flüssig und dadurch zu befürchten war, dass sich das Granulat absetzten könnte, wurde nochmals mit dem Pürierstab ordentlich emulgiert und anschließend eingeformt. Nach 24 h konnte eine feste, gleichmäßige Seife ausgeformt werden.

Schon wieder Babassu?

Und ob! Meine bisherigen Erfahrungen haben mich natürlich neugierig gemacht, wie sich das Schaumfett in einer Peelingseife mit hohem Olivenöl-Anteil machen würde. Ich finde Seifenrezepte mit Olivenöl schäumen irgendwie immer am schönsten und hinterlassen meist ein wunderbar gepflegtes Gefühl. Eine Kombination mit Sonnenblumenöl HO bringt bei mir immer sehr willig schäumende Exemplare zum Vorschein. Aus diesem Grund war meine Hoffnung, den Schmuse-Creme Faktor durch das Babassu zu steigern.

Ich verwende dieses Rezept mit Kokosöl als Schaumfett schon sehr lange für Peeling Seifen und war immer sehr zufrieden. Die Anregung dazu hatte ich von Christianes Peeling Seife HIER. Das Rezept habe ich aber leicht abgewandelt und noch einen kleinen Teil Kakaobutter ergänzt. Im Vergleich zu dem vorherigen Rezept, kann ich auch hier die erhoffe Steigerung im Punkto cremiger Schaum wahrnehmen. Es ist irgendwie schwer zu beschreiben, aber ich finde diese Seife im Gegensatz zu den vorherigen ohne Olivenöl irgendwie "gehaltvoller". Da vermisst man beim seifen absolut nichts.

B.nature I Handmade Spa Peeling Soap Stones with Babassu & Olive Oil
B.nature I Handmade Spa Peeling Soap Stones with Babassu & Olive Oil

Olivenöl

Der Hauptaktuer in dieser Seife ist das Olivenöl mit einem Anteil von 45 % auf die GFM. Aber warum empfinde ich Seifen mit Olivenöl irgendwie immer ….ja „gehaltvoller, pflegender“ als andere Seifen mit ähnlichen Ölen?

Wahrscheinlich wird nun jede/r Sieder/in denken: "Ist doch wohl klar - natürlich wegen der Ölsäure".

Ja OK, aber auch die Ölsäure wird verseift ;-)

Nun, Ölsäure ist eine einfach ungesättigte Fettsäure mit 18 Kohlenstoffatomen (C18:1) und der wesentliche Bestandteil von Olivenöl mit ca. 78 % [1]. Die Beschreibung „einfach ungesättigt“ verrät uns, dass die Ölsäure eine ungesättigte Bindung, also eine Doppelbindung im Molekül trägt. Durch diese Doppelbildung mitten in der Fettsäurekette entsteht eine Art "Knick" im Molekül. Die Ölsäure ist also nicht ganz gerade und langgestreckt wie beispielsweise Stearinsäure, die auch 18 Kohlenstoffatome hat (C18:0) [2].

 


Obwohl diese beiden Fettsäuren die gleiche Anzahl an Kohlenstoffatomen besitzen, sind ihre Eigenschaften völlig unterschiedlich. Das liegt eben genau an dieser Doppelbindung mitten im Ölsäure-Molekül. 18 Kohlenstoffatome ergeben eine recht lange Kette. Das vermindert die Wasserlöslichkeit der Ölsäureseife (Natriumoelat = Natriumsalz der Ölsäure) und daher braucht reine Olivenölseife wohl auch so lange bis sie beim seifen schäumt [3]. Gleichwohl ist Natriumoelat nun mal ein Tensid [4] und ein Tensid dient der Reinigung. Die Tenside binden Schmutzpartikel, sodass sie mit Wasser weggewaschen werden können - und  das macht Natriumoleat eben auch. Der Unterschied ist vermutlich, dass die Reinigungswirkung nicht so aggressiv ist, wie beispielsweise die von Natriumlaurat - dem Natriumsalz der Laurinsäure. Die Salze kurzkettiger Fettsäuren haben ein sehr gutes Schaumvermögen und eine sehr starke Reinigungskraft [5]. Schön für Schaumliebhaber, aber blöd für die Haut, denn es werden nicht nur Schmutz und Fettpartikel abgespült, sondern auch der hauteigene Hydro-Lipidfilm angegriffen [6]. Dieser Hydro-Lipidfilm schützt die Haut bspw. vor Austrocknung, da er u.a. die Verdunstung von Wasser vermindert. Ist der Film weg oder angegriffen, hinterlässt das ein Gefühl von trockener und schuppiger Haut. Deshalb ist es auch keine besonders gute Idee Seifen aus 100 % Kokosöl zu verwenden. Ich empfinde schon Seifen mit einem Kokosöl Anteil von über 33 % zu austrocknend. 

Außerdem befinden sich in der Seife ja auch noch unverseifte oder eher halb verseifte Fettsäure Moleküle. Diese werden auch von den Tensiden gebunden und behindern damit etwas die eigentliche Waschwirkung, sodass die Wirkung der Tenside abgemildert wird. Nicht zu vergessen ist natürlich ein ordentlicher Gehalt an Glycerin in der CP Seife, welches durch den Verseifungsprozess entsteht. Es hat sehr gute hydratisierende Eigenschaften, die beim waschen aber wohl kaum ihre Wirkung entfalten dürften. Allerdings ist bekannt, dass es die irritierende Wirkung von Tensiden abmildert [6]. Ich interpretiere aus den Informationen die ich finden konnte, das die reine Olivenölseife milder wirkt, weil ihre Reinigungskraft gegenüber anderen Seifen "schlechter" ist. Und weil das so ist, fühlt sich Haut eben nicht so ausgetrocknet und gut gepflegt an.

Jeder der schon einmal eine reine Olivenölseife verwendet hat, wird wissen, dass die Reinigungswirkung völlig ausreichend ist. Aber - und das ist eben das schöne - sie hinterlässt eben nicht so ein Gefühl von trockener und rauer Haut. 

Ob meine Interpretation des Ganzen absoluten Tatsachen entspricht, vermag ich nicht zu sagen. Es ist mein Versuch, die Dinge für mich nachzuvollziehen und zu verstehen. Sollte ich also einem groben Irrtum unterliegen, so verzeiht mir bitte - und ich verspreche, dass es beim nächsten Blogartikel ganz bestimmt nicht mehr so viel Gequatsche gibt ;-) 

[3] [Dunn, K. M. (2010). Scientific soapmaking: the chemistry of the cold process. Farmville, VA: Clavicula]

Witzig finde ich jedoch die Tatsache, dass ich Seifen mit Olivenöl im Gegensatz zu Seifen mit Distelöl High Oleic viel angenehmer empfinde. Distelöl HO hat sogar einen höheren Ölsäuregehalt als Olivenöl (siehe SoapCalc 100 % Safflower Oil HO) und wird aus speziellen Züchtungen der Distel gewonnen. Warum ich es aber immer als "weniger gehaltvoll" empfinde, kann ich mir noch nicht so recht erklären. Vielleicht finde ich es aber noch heraus ;-) Es gibt also noch jede Menge interessanter Dinge zu "erforschen" und da kann ich mich nur, wie immer, auf die nächste Seife freuen.

Bis dahin:

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Kommentare: 2
  • #1

    Gerda Kempers (Dienstag, 29 August 2017 14:04)

    Liebe Bettie

    Eine super Seife mit den kleinen Pünktchen.❤❤
    Ist es das Schiefermehl?
    Schöne glatte Seife in verschiedenen Formen.

    Liebe Grüße
    Gerda

  • #2

    Bettie (Donnerstag, 31 August 2017 18:09)

    Vielen Dank Gerda <3
    Die Seifen sind mit Schiefermehl dunkel gefärbt und die Pünktchen kommen durch das Aprikosenkerngranulat ;-)
    Vielen Dank für deinen lieben Kommentar und deinen Besuch.
    Liebe Grüße,
    Bettie