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Ausprobiert: Room Temerature Cold Process

Ori-Shi mit Viel Reiskeimöl und Sheabutter

B.nature I Handmade Soap Ori-Shi
B.nature I Handmade Soap Ori-Shi

Als ich neulich Abend etwas im Netz gestöbert hab, bin ich auf Moja's Blog "Wunderbar Seifenbar" auf die Technik Room Temerature Cold Process kurz: RTCP gestoßen - Aha. Wie ein spannendes Buch hab ich den Bericht über ihre Experimente verschlungen. Spätestens nach dem ich las "über Nacht stehen lassen", "gemütlich" und "am nächsten Tag" war ich so neugierig, dass ich das unbedingt ausprobieren musste. Also hab ich mich vom Sofa erhoben und direkt alles gemütlich vorbereitet und einfach im Arbeitszimmer stehen lassen - der Hit und man ist so entspannt.

Lauge angrührt, Fette abgewogen und geschmolzen - erledigt. Ich bin begeistert. Die Lauge über Nacht stehen zu lassen stört mich dabei so gar nicht, denn ich benutze verschließbare Laborglasflaschen (auch Schott-Glasflasche genannt), die dafür gemacht sind, heikle Chemikalien in ihrem inneren aufzubewahren. Die festen Fette hatte ich gleich mit den flüssigen in einem Becher abgewogen und aufgeschmolzen - schließlich will man ja nicht im Anschluss seifen, sondern alles stehen lassen.

Am nächsten morgen hab ich mir also in Ruhe überlegt, welche Formen, welche Düfte und ob ich Farbe unterbringen möchte. Da ich DIESE Seife von Brigitte (Punkthandwerk.at) total super fand und meine Acrylglasrohre schon etwas eingestaubt waren, war die Frage der Gestaltung schnell geklärt. Ich hab den SL geteilt, um eine Seife ohne Farbe und eine mit Farbe machen zu können. Einzig das Rezept bereitete mir sorgen. Moja hatte einen hohen Anteil an flüssigen Ölen und etwas Kabu in ihrem Rezept. Da ich aber wissen wollte, ob die Technik für mich und meine Rezepte praktikabel ist, hab ich einfach mal Nägel mit Köpfen gemacht und 20 % Sheabutter mit 28 % Kokosöl versenkt. An Zusätzen befinden sich in dieser Seife: 4% Sojacreme, 1% Zucker, 0,5% Salz und 0,5% Seide (alles bezogen auf die GFM). Die pinke Seife duftet herrlich nach Ingwer Souflee und die weiße nach Rice Flower (beide Manske).

Rezept

B.nature I Handmade Soap Ori-Shi
B.nature I Handmade Soap Ori-Shi
B.nature I Handmade Soap Ori-Shi
B.nature I Handmade Soap Ori-Shi

Nachdem ich also alles entspannt parat gelegt hatte, gab ich die Sojacreme und die Lauge zu den Ölen und legte los. Die Temperatur der Fette/Öle und der Lauge lag zum Arbeitsbeginn bei schlappen 21°C. Interessant war, dass die Öle leicht trüb waren, aber ich konnte beim besten willen keine auskristallisierte Sheabutter finden. Der SL war absolut schnell und gut emulgiert und das trotz meiner üblich Wasserreduktion auf 25 % (das gibt bei mir einfach die schönsten Seifen). Der Leim war von der Konsistenz her etwas dicklicher, was sicher am Rezept liegt. Für filigrane Swirls würde ich es daher nicht empfehlen. Nachdem alles gut emulgiert war konnte der Leim, wie gewohnt, aufgeteilt, gefärbt und beduftet werden - alles wie immer. Während der Herstellung war definitiv zu bemerken, dass sich die Seife ihre Temperatur selbst macht. Nachgemessen habe ich zwar nicht, aber man merkt den Unterschied von 21° zu etwas wärmer. Die Seifen durften 24 h schlafen, lediglich  mit einem spärlichen Handtuch bedeckt und ich kann sagen - hat SUPER geklappt und das Ergebnis spricht für sich.

Das Rezept ergibt im übrigen eine wundervoll cremige Seife. Der Schaum ist wirklich sehr dicht und fluffig. Das mag ich besonders gern in der kalten Jahreszeit. Das Rezept habe ich auch schon in einer milderen Variante mit nur 26% Kokos und dafür 4% Rizi gesiedet, was mich ebenfalls sehr überzeugt hat. Desweiteren kann man das Erdnussöl auch sehr gut gegen Olive oder Soblu HO austauschen und bekommt immer eine hervorragende Seife. Beispiele für Rezeptvarianten sind meine Kaffee-Seife, die Kichererbsen oder die Cranberry Christmas.

B.nature I Handmade Soap Ori-Shi
B.nature I Handmade Soap Ori-Shi

Was für ein entspanntes Seifenexperiment! Ich finde die Methode RTCP vorzüglich und werde es als nächstes für Milchseife ausprobieren. Die kostet mich sowieso immer Nerven, aber mit der Methode kann ich mir sehr gut feine Milchseifen vorstellen, die mich nicht Schweißgebadet in den Sessel sinken lassen. Mir bleibt also nur noch zu sagen: "RIESEN GROSSEN DANK!!!!" an Moja, für diese kleine Entführung ins Land der neuen/unbekannten Methoden. Und weil ich noch alles für meinen Milchseifen-RTCP-Test vorbereiten muss, verabschiede ich mich und sage wie immer bis zur nächsten Seife ;-)

Bis dahin:

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Kommentare: 8
  • #1

    Gerda Kempers (Donnerstag, 12 Oktober 2017 22:39)

    Liebe Bettie

    Tolles Rezept was du da ausprobiert hast.
    Die Seifen sprechen für sich, denn sie sind wunderschön.❤
    Muss ich auch mal probieren.

    Liebe Grüße
    Gerda

  • #2

    Bettie (Freitag, 13 Oktober 2017 08:50)

    Liebe Gerda,
    Vielen Dank für deinen lieben Kommentar und deinen Besuch <3
    Ganz liebe Grüße,
    Bettie

  • #3

    Mirjam (Freitag, 13 Oktober 2017 09:55)

    Liebe Bettie,
    Sie sind wundervoll geworden deine RTCP Seifchen ❤️❤️❤️.... Ich liebe ja Mojas Blog sehr und bin seit ihren Experimenten ein grosser Fan von der HTCP-Methode ;-).
    Wie die RTCP mit der Milchseife funktionieren soll musst du mir mal erklären. Gibst du dann das NaOH in einem Schwung zur gefrorenen Milch und lässt sie über Nacht stehen? Verseift sich da das Milchfett nicht schon zu stark so dass man keine glatte Seife mehr hinkriegt *grübelundstudier*? Ich bin schon schon sehr gespannt darauf :-).
    Dufte Grüsse,
    Mirjam

  • #4

    Bettie (Freitag, 13 Oktober 2017 11:48)

    Liebe Mirjam,
    vielen Dank <3 Die HTCP Methode möchte ich auch unbedingt nochmal probieren. Zu deiner Frage mit der Milchseife: Ich verwende Milchpulver. Ich hab es auch schonprobiert ;-) Ich setzte eine 1:1 Lauge an und lasse sie über Nacht stehen. Die restliche Wassermenge (um auf 25 % Flüssigkeitsanteil zu kommen), verwende ich um soviel Milchpulver zu lösen, wie eben rein passt. Am nächsten Tag wird dann bei Raumtemperatur geseifelt. Hat gut funktioniert - hab es schon zwei Mal probiert - ein entsprechender Blogartikel folgt demnächst ;-)
    Ganz liebe Grüße,
    Bettie

  • #5

    Tina (Sonntag, 15 Oktober 2017 08:56)

    Hammerschön ist dein "Ausflug" in das RTCP Verfahren geworden <3 <3 <3 Ich hadere auch schon mit mir..... denn diese Technik möchte ich auch mal gern
    versuchen. Mojas Blog liebe ich ebenfalls sehr - sie ist einfach ein Goldschatz im erklären und Seifen machen!
    Du hast immer so schöne Stempel Bettie, darf ich fragen wer dein "Dealer" ist?

    Liebste Grüße und einen schönen Sonntag
    Tina

  • #6

    Bettie (Sonntag, 15 Oktober 2017 16:15)

    Liebe Tina,
    vielen Dank für das Kompliment <3 Ich kann dir die RTCP nur empfehlen, es ist einfach mega entspanntes Arbeiten ;-) Meine Stempel beziehe ich immer von Ansu3d. Mit denen komme ich einfach am besten klar und der Service, besonders was die individuellen Stempel betrifft, ist bombe ;-)
    Ich danke dir herzlichst für deinen lieben Kommentar und deinen Besuch!
    Ganz liebe Grüße zurück,
    Bettie

  • #7

    Moja (Samstag, 21 Oktober 2017 16:22)

    Die sind ja superschön geworden! <3
    Total fein und zart schauen sie aus, ich würde am liebsten durch die Leitung greifen und mal anfassen. ;-)
    Ich bin ja zuletzt etwas bei HTCP hängen geblieben, muss ich gestehen, deshalb ist die RTCP in meinen Experimenten ein bisschen zu kurz gekommen. Um so gespannter bin ich auf Deine Ergebnisse, vor allem auf die Milchseife. <3

    Ganz liebe Grüße, Moja

  • #8

    Bettie (Sonntag, 22 Oktober 2017 09:55)

    Danke Moja ❤
    Also die Milchseifen haben 1a funktioniert. Ich habe die HTCP-Methode mittlerweile auch probiert - die Begeisterung reißt nicht ab. RTCP - wenn's mal wieder länger dauert und HTCP - wenn's mal wieder schnell gehen muss. Ich hatte zeitweise sogar meine Herdplatte unter den Tisch gestellt, weil ich mehr Platz brauchte - könnte ich mich totlachen. Also nochmal Danke für das Anfixen �. Hab vielen Dank für deinen lieben Kommentar und deinen Besuch.
    Ganz liebe Grüße,
    Bettie